Schlacht bei Dornach, 22. Juli 1499

Der Schwabenkrieg von 1499, bei dem die 10-örtige Eidgenossenschaft und die Bündner die Truppen des Königs Maximilian I. und des Schwäbischen Bundes in den Schlachten von Hard, Schwaderloh, Frastanz und Calven immer wieder geschlagen haben, steht in seinem sechsten Monat. Es ist Erntezeit. Dabei setzen beide Seiten Truppen ein, um die eigene Ernte zu schützen und wenn möglich auch auf Feindesland Korn zu schneiden. Brot und Getreidemus sind Hauptnahrungsmittel. Die Ernte tritt dann in den Hintergrund, als das Nahen des königlichen Westheeres gemeldet wird. Solothurn ruft Bern und die andern Stände zu Hilfe. Da solche Hilferufe aus Solothurn mehrfach vorfrüh ergangen sind, ist Bern sehr «unlustig», dem Aufgebot Folge zu leisten. Die Nachricht Solothurns vom 19. Juli, der Feind belagere in grosser Zahl und vielen Büchsen die Burg Dorneck, entspricht zwar nicht den Tatsachen, denn das Heer unter Heinrich von Fürstenberg richtet sich erst am Tage der Schlacht für eine Belagerung ein. Aber die falsche Nachricht verfehlt ihre Wirkung nicht: Bern schickt 5000 Mann, Zürich, das seine Hauptmacht im Schwaderloh liegen hat, beordert auch ein Fähnlein mit 400 Knechten, aus Uri, Unterwalden und Zug sind kleinere Hilfskontingente aufgebrochen. Einen Tag vor der Schlacht meldet Luzern den Auszug des Stadtfähnleins mit 600 Mann.
Beim Angriff der Solothurner, Berner und Zürcher ist dann der Vorteil der Überraschung bald verflogen. Heinrich von Fürstenberg fällt schon zu Anfang des Kampfes. Doch die Berufskrieger der «welschen Garde» und die geldrischen Knechte, die etwa einen Drittel des königlichen Heeres ausmachen, leisten zähen Widerstand. Die Angriffe der Reiterei müssen verlustreich zurückgeschlagen werden. Erst als die in Gewaltmärschen herbeigeeilten Luzerner und Zuger «mit geschrey und hornen» aus dem Wald brechen, wendet sich das Blatt. Die Königlichen Fusstruppen beginnen zu fliehen, auch die geldrischen Söldner weichen. Einbrechende Dunkelheit und die abgebrochene Birsbrücke verhindern die Verfolgung.
Der Schwabenkrieg, der den Menschen jenseits des Rheins als Schweizerkrieg, in Graubünden als Tirolerkrieg und an der Etsch als Engadeinerkrieg in Erinnerung blieb, setzt der Ausdehnung der stetig wachsenden Eidgenossenschaft im Norden und Osten ein Ende. Die Aufnahmen von Basel und Schaffhausen in den Bund von 1501 und der Beitritt von Appenzell 1513 sind pragmatische Folgen des Krieges. Damit entsteht jene 13-örtige «alte Eidgenossenschaft», die für fast dreihundert Jahre Bestand hat, bis sie sich 1798, geschwächt durch innere Spannungen und unter dem Druck französischer Bajonette, selbst aufgibt.
Wichtigste Folge des Schwabenkrieges aber ist die faktische Ablösung vom römischen Reich deutscher Nation, die im Frieden von Basel nicht erwähnt, aber stillschweigend

akzeptiert wird. Die eidgenössischen Stände fühlen sich zwar dem Reich noch zugehörig und setzten das Reichswappen bis ins 17. Jahrhundert über ihre Stadttore und in die farbigen Standesscheiben ihrer Kirchen und Ratsstuben. Aber mit dem Frieden von Basel wird legitimiert, was sich die Eidgenossen schon vor dem Schwabenkrieg ertrotzt haben: Sie wollen nicht bezahlen, was sie nicht schulden, nicht gehorchen, was andere ihnen vorschreiben, kein Gericht anerkennen, das sie nicht selbst eingesetzt haben, mit einem Wort «frei sein».
Im Dreissigjährigen Krieg, der ganz Nordeuropa verwüstet und unendliches Leid verbreitet, bleibt die Eidgenossenschaft dank ihrer Unabhängigkeit vom Reich, dank Ihrer Neutralität und in Respekt vor ihrer militärischen Schlagkraft unversehrt. Als das apokalyptische Leiden 1648 endet, erhalten die Eidgenossen im Westfälischen Frieden mit Brief und Siegel das, was sie sich im Schwabenkrieg erkämpft haben: Die «plena libertas», die volle Freiheit.
Mit dem Frieden von Basel endet der Schwabenkrieg. Und mit dem Frieden von Basel beginnen die 500 Jahre des Friedens mit unseren Nachbarn im Norden und im Osten. Man kann sich fragen, ob ein Krieg Aufmerksamkeit verdient, der ein halbes Jahrtausend hinter uns liegt. Aber niemand wird verwehren, dass wir über die damals entstandenen Grenzen hinweg der 500 Jahre einer friedlichen und guten Nachbarschaft gedenken.


Felix Nöthiger, FORUM 1499

Die Gedenkmünze «Schlacht bei Dornach»

Beschreibung Die Bildseite zeigt den durch ein Schwert abgelösten deutschen Reichsadler, umrahmt von zehn Quadraten mit kleinen Schweizerkreuzen. Damit illustriert der Künstler anschaulich die faktische Loslösung der Schweiz vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, die in Dornach erkämpft und mit dem Frieden von Basel besiegelt wurde. Oben steht der Name «DORNACH»; unten die Jahrzahlen «1499 • 1999». Auf der Wertseite ist das Feldzeichen der Schweizer Truppen, ein aufgenähtes weisses Kreuz auf rotem Grund abgebildet. Im linken oberen Feld steht in zwei Linien die Wertangabe «20 FR», im unteren Feld die Jahrzahl 1999. Als Umschrift ist die Bezeichnung «CONFOEDERATIO~HELVETICA» angebracht.
Ausgabetag 25. Juni 1999
Künstler Franz Eggenschwiler, Eriswil
Sujet Adler und Schwert
Nennwert 20 Fr.
Legierung Silber 0,835
Gewicht 20 g
Durchmesser 33 mm
Unzirkuliert 85000
Polierte Platte 11000
Kurzporträt von
Franz Eggenschwiler
Der Künstler Franz Eggenschwiler wurde am 9. Dezember 1930 in Solothurn geboren. Nach Abschluss der Primar- und Bezirksschule in Biberist liess er sich zum Glasmaler ausbilden. In Bern besuchte er die Kunstgewerbeschule und anschliessend die Malschule Max von Mühlenen. Seit 1981 hat er eine Professur für Zeichnen und Grafik an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf (Deutschland). Zahlreiche Auszeichnungen und Ausstellungen in der Schweiz und im Ausland: 1963/64 Eidg. Stipendium für angewandte Kunst; 1971: Förderpreis des Kantons Solothurn; 1980: Kunstpreis des Kantons Solothurn; 1980/81: Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin. Franz Eggenschwiler ist sehr vielseitig tätig (Eisenplastik, Objektkunst, Schmuck, Zeichnungen, Malerei, Druckgrafik und Glasmalerei).